Themenkorridor und Forschungsansatz

SAFE

Themenkorridor und transdisziplinärer Forschungsansatz

Das Konzept des Safety Case (SC) für Endlager ist mit seinen Stärken, Grenzen und Schnittstellen zu analysieren und mittels transdisziplinärer Forschung auf Möglichkeiten der Weiterentwicklung zu untersuchen.

Der Themenkorridor wird dabei durch folgende Fragen definiert:

  • Welches sind die Stärken und Grenzen des Konzepts? Wie kann es zu einer Sicherheitsdiskussion interessierter Akteure beitragen? Welche Rolle kann es als professionelles Tool in einem transparenten Verfahren einnehmen?
  • Kann das SC-Konzept unter Einbezug von Sichtweisen von Nicht-Spezialisten in Bezug auf den in Deutschland einzuschlagenden Entsorgungsweg angepasst werden?
  • Kann es entsprechend weiterentwickelt und damit die Diskurs- und Beratungsfähigkeit verbessert werden?
  • Welche Argumente gibt es für den Einbezug von Sichtweisen von Nicht-Spezialisten in Sicherheitsuntersuchungen, welche sprechen dagegen?

Im Laufe der Debatte um die Endlagerung radioaktiver Abfälle wurde bereits frühzeitig aus Teilen der interessierten Öffentlichkeit Kritik an der Vorgehensweise beim Nachweis der Langzeitsicherheit geübt. Diese Kritik betrifft neben der Methodik auch Paradigmen wie das der passiven Sicherheit, das des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs (ewG) oder das des Betrachtungszeitraums von einer Million Jahren. Aus der Literatur wie auch aus persönlichen Erfahrungen ergibt sich, dass insbesondere die Möglichkeit, Sicherheit für eine Million Jahre zu gewährleisten und zu zeigen, häufig angezweifelt wird und dass in diesem Zusammenhang, aber auch aus anderen Gründen, dem Konzept der passiven Sicherheit der Wunsch nach langfristiger aktiver Überwachung gegenübergestellt wird.

Diese Fragestellung ist auch in Zusammenhang mit den im Standortauswahlgesetz vorgesehenen Sicherheitsuntersuchungen relevant. Diese sind in den drei Phasen des Verfahrens jeweils als eine Grundlage der Auswahlentscheidungen vorgesehen.