Ziele

SAFE

Ziele des transdisziplinären Arbeitspaketes

Über Ansätze zur „Kommunikation des Safety Case (SC)“ (vgl. z. B. OECD/NEA 2017) hinausgehend, sollen Potentiale und Gründe für Dissens zum SC herausgearbeitet, unterschiedliche Ansichten jenseits der Fachwelt identifiziert und eingeordnet werden. Ferner ist der Bezug zu technischen Inhalten herzustellen.

Im Einzelnen sind folgende Fragen zu betrachten:

1. In welchem Verhältnis steht der SC als Instrument mit seiner Rolle, seinen Prämissen, organisatorischen Voraussetzungen und Inhalten zu den Erwartungen der interessierten Öffentlichkeit?

2. Welche Wahrnehmungsmuster und Framing-Effekte stehen im Vordergrund? Welche Heurismen sind von Bedeutung?

3. Welche zentralen Paradigmen, Aspekte des Sicherheits- und des Nachweiskonzepts und Ergebnisse von Sicherheitsuntersuchungen bzw. des SC werden von Stakeholdern und in der interessierten Zivilgesellschaft als relevant angesehen und wie wird ihre Rolle im Standortauswahlverfahren eingeschätzt?

  • Zentrale Paradigmen (z. B. passive Sicherheit/Wartungsfreiheit, Bewertungszeitraum) und ihr Bezug zu Weltsicht- und Wertefragen sowie Interessensfragen als Konfliktebene der Risikopartizipation
  • Aspekte des Sicherheits- und Nachweiskonzepts, z. B. Einschluss durch unterschiedliche Barrieretypen, Redundanz und Diversität, Konservativitäten, Szenarien, numerische Modellierung und Indikatoren, Umgang mit Ungewissheiten / Vertrauensbildung, Umgang mit Wahrscheinlichkeitsaussagen
  • Ergebnisse, z. B. Verwendung von Sicherheitsindikatoren (z. B. effektive jährliche Dosis) zur Sicherheitsbewertung, Aussagen zum Verhalten von Barrieren und zur Robustheit
  • Rolle von Sicherheitsuntersuchungen im Standortauswahlverfahren und Bezug zu Kriterien des Standortauswahlgesetzes

4. Wie können Ungewissheiten, die von Menschen verursachten Entwicklungen (Future Human Actions, Human Intrusion) in näherer und fernerer Zukunft betreffen, differenzierter als bisher in den SC einbezogen werden?

5. Welche Möglichkeiten bestehen, über einen transdisziplinären Ansatz zu Änderungen oder Ergänzungen bezüglich der Gestaltung des SC zu gelangen?

  • Wie sind die sicherheitsrelevanten Vor- und Nachteile von Monitoring zu bewerten und gegeneinander abzuwägen (Kooperation mit den TAP TRUST und DIPRO)?
  • Wie werden Leistungsprofil, Kompetenz und Erfahrung sowie Integrität der beteiligten Institutionen, sowohl aufseiten der Planung und Umsetzung als auch aufseiten der Aufsicht und Genehmigung wahrgenommen? Wie werden sie bzgl. der „Kriterien zur Zuschreibung von Vertrauenswürdigkeit“ eingeschätzt? Welche Anforderungen sind an die Sicherheitskultur dieser Institutionen und möglicher partizipativer Foren / Gremien zu stellen?
  • Wie kann aktive Partizipation im  SC transdisziplinär gestaltet werden? Welche Möglichkeiten bestehen zu Ausrichtungen kommunikativer Konzepte für den Safety Case?
  • Wie sollten diese Änderungen oder Ergänzungen ausgestaltet werden?

6. Können die Zusammenführung von professioneller Risikoabschätzung einerseits und Risikowahrnehmung in der interessierten Öffentlichkeit andererseits und damit die Akzeptabilität des Standortauswahlprozesses durch gelebte diskursive Beteiligung am  SC gefördert werden?