Erstes Bearbeiterinnen- und Bearbeiter Treffen in Präsenz

In den Räumlichkeiten des Instituts für Geomechanik und Geotechnik (IGG) der TU Braunschweig

Braunschweig. Vom 07.09. bis 09.09.2022 fand pandemiebedingt nach langer Zeit das erste TRANSENS Bearbeiterinnen- und Bearbeiter (BB) Treffen in Präsenz in den Räumlichkeiten des Instituts für Geomechanik und Geotechnik (IGG) der TU Braunschweig statt.

Ganz zur Freude der neu zu TRANSENS hinzugekommenen Kolleg*innen, bot sich bei dem Präsenztreffen die ideale Möglichkeit, die bislang nur von den Kacheln verschiedener Video-Chat-Programme, wie Webex, Teams und Zoom bekannten Gesichter der verschiedenen Projektpartner*innen ‚live und in Farbe‘ zu sehen und die zugehörige Person in angenehmer Atmosphäre persönlich kennen zu lernen. Denn auch wenn eine derart fachübergreifende und transdisziplinäre Arbeitsweise, wie es der Forschungsverbund TRANSENS erfordert, ohne die modernen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation nur schwer Vorstellbar wäre, so erscheint vielen Teilnehmer*innen doch das persönliche Kennlernen und der direkte Austausch in Präsenz äußerst förderlich für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Diese Tatsache griffen auch die Moderatoren des Treffens in Braunschweig, Dr. Cord Drögemüller (LU Hannover) und Lucas Schwarz (FU Berlin) in dankenswerter Weise auf und eröffneten das Treffen am Mittwochnachmittag mit Gruppenübungen zum gegenseitigen Kennenlernen, u. a. im Speed-Dating-Format. Im Anschluss folgten Gruppendiskussionen zu ausgewählten und aktuellen Fragenstellungen im Zusammenhang mit der Nutzung der Kernenergie in Deutschland und der damit verbundenen Endlagerung (hoch)radioaktiver Abfälle. Diese Gruppendiskussion ermöglichte das weitere Kennenlernen und den Austausch der Kolleg*innen und bot dank der persönlichen und angenehmen Atmosphäre Freiraum für den Austausch von Meinungen, Ideen aber auch für Rückfragen zu den umrissenen Themengebieten. Am Abend trafen sich die Teilnehmer*innen zu einem gemeinsamen Abendessen in der Braunschweiger Innenstadt zum weiteren informellen Austausch und Beisammensein in gemütlicher Atmosphäre.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Exkursion ins Wendland zum Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Gorleben. Zunächst stand ein Besuch des Infohauses Gorleben, dem örtlichen Informationszentrum der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), auf dem Programm. Dort erhielten die BBs von Dr. Tristan Zielinski (Referent Standortkommunikation Gorleben, BGZ) eine Führung durch die Dauerausstellung sowie einen Kurzvortrag zur Arbeit der BGZ in Deutschland und speziell am Zwischenlagerstandort in Gorleben. Danach ging es zum eigentlichen Zwischenlagerstandort. Dieser umfasst neben einer Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) zur Umverpackung hochradioaktiver Abfälle (Anlagen-Prototyp der niemals in Betrieb ging) die eigentlichen Lagergebäude für radioaktive Abfälle: das Brennelemente-Zwischenlager (BZG) für die Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen, sowie das Abfall-Zwischenlager (AZG) für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Letztere konnten die Teilnehmer*innen unter Wahrung höchster Sicherheitsstandards in eindrucksvoller Weise besichtigen. Im Anschluss daran fand ein Treffen mit Asta von Oppen als Vertreterin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg statt. Hierbei erhielten die Teilnehmer*innen ein umfängliches Bild von der Geschichte der Anti-Atomkraftbewegung im Wendland ausgehend von der Zuweisung der Region im Februar 1972 als ‚Nukleares Entsorgungszentrum‘ durch den damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht bis hin zur Bekanntgabe des endgültigen Ausscheidens des Salzstocks Gorleben als Endlager in Deutschland im September 2020. Im Anschluss an die Exkursion wurde das Tagesprogramm durch einen gemeinsamen Grillabend am IGG abgerundet. Dort konnten die Teilnehmenden sich noch einmal informell über das Erlebte austauschen und den Tag Revue passieren lassen. Für Interessierte fand sich zudem noch die Möglichkeit, eine Führung durch die Laborräume des Instituts zu bekommen und u.a. mehr über praktische Laborversuche und Forschungsarbeiten zu erfahren, die im Kontext mit Endlagerforschung bereits am IGG durchgeführt wurden, oder gegenwärtig stattfinden.

Der Freitag begann zunächst im Zeichen einer gemeinsamen Evaluierung der letzten beiden Tage und insbesondere des Erlebten und Gesehenen am Zwischenlagerstandort in Gorleben. Anschließend wurden in zwei Themenblöcke Fragen zur transdisziplinären Forschung erläutert und debattiert. Dabei begannen die Themenblöcke jeweils mit einem Impulsvortrag und schlossen mit einer kritischen Diskussion ab, die allen Teilnehmer*innen ausreichend Freiraum zu Meinungsäußerung bot. Die Impulsvorträge wurden von Dörte Themann (FU Berlin), Dr. Albert Denk (FU Berlin), Paula Bräuer (CAU Kiel) und Arne Othmer (TU Clausthal) gehalten.

Mit einem Gruppenfoto und einem anschließenden Mittagssnack bei Kaffee und belegten Brötchen fand das Bearbeiter*innen Treffen dann einen angenehmen Ausklang. Wohl wissend, dass sich viele der Teilnehmer*innen schon beim TRANSENS Arbeitstreffen in Kiel Ende September wiedersehen würden, fand die Verabschiedung umso herzlicher und mit großer Vorfreude auf das baldige Widersehen statt. Ein besonderes Dankeschön sei an dieser Stelle insbesondere auch noch einmal an Prof. Dr. Joachim Stahlmann, Volker Mintzlaff sowie die studentischen Hilfskräfte des IGG der TU Braunschweig gerichtet, die freundlicherweise vor Ort die Räumlichkeiten und die Verpflegung zur Verfügung stellten, sowie die Übernachtungsmöglichkeiten und das Abendprogramm in Braunschweig organisierten. Ein großes Dankeschön gilt auch den Organisatoren des Treffens sowie den Referent*innen der Exkursion nach Gorleben.

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