Transdisziplinäre Zusammenarbeit mit der AGBe

Anfang Mai (06.-07.05.2022) fand ein weiterer erfolgreicher Workshop der AGBe mit den Arbeitsgebieten TRUST und SAFE in Hannover statt.

Gemeinsamer Workshop von TAP TRUST und TAP SAFE

Am 6. und 7. Mai 2022 wurden in Hannover von TAP TRUST und von TAP SAFE ein gemeinsamer Workshop mit der Arbeitsgruppe Bevölkerung (AGBe) durchgeführt. Am ersten Tag wurde dabei erneut das Thema Monitoring (TAP TRUST, Modul 4) aufgegriffen, wobei die sozio-technische Dimension von Monitoring-Konzeptionen im Mittelpunkt stand. Nach einem Diskurs zur gemeinsamen TD-Forschung wurde über das Multi-Barrieren-Konzept informiert.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung ging es um grundlegende Besorgnisse, Vorbehalte und Worst-Case-Szenarien bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle und wie ein entsprechendes Monitoring dem entgegenwirken könne. Im dritten Teil des Workshops wurden mögliche Zielkonflikte diskutiert, darunter z.B. die Zugänglichkeit versetzter Bereiche gegenüber passiver Sicherheit. Statt von „Generationengerechtigkeit“ zu sprechen, würden einige Mitglieder der AGBe den Begriff der „Generationenverantwortung“ präferieren, da bereits die heutigen Generationen in der Verantwortung späterer Generationen handeln müssten. Die kommenden Generationen sollten ihrerseits aber auch in die Lage versetzt werden, über Qualität und Quantität von Monitoring entscheiden zu dürfen.

Eine weitere Herausforderung wurde dahingehend gesehen, dass zukünftige Interessen zum heutigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen wären. Diese änderten sich oft relativ rasch. So würde die Generation, die Angst vor Kernkraft habe, langsam aussterben und junge Menschen stünden ihr weniger kritisch gegenüber. Die Frage stellt sich daher, wie wir heutige Monitoring-Konzepte zukunftstauglich machen könnten, falls zukünftige Generationen gar das Interesse an der Endlagerung verlören.

Darüber hinaus wurde über die technische Ausgestaltung eines Endlager-Monitorings diskutiert, welches einerseits flexibel Informationen über den Zustand des Endlagers liefern, andererseits aber keine zusätzlichen negativen Konsequenzen im Hinblick auf die Sicherheit des Endlagers oder gegenüber zukünftigen Generationen verursachen soll. 

Am zweiten Tag wurden die bisherigen Arbeiten mit der AGBe zum Safety Case (TAP SAFE) fortgeführt. Thematisch baute dieser Workshop auf der im Dezember 2021 durchgeführten Veranstaltung zu Features, events and processes (FEP) auf. Zu Beginn wurden die lessons learnt der vergangenen zwei Workshops zusammengefasst, ehe in zwei Vorträgen auf die grundsätzliche Szenarien-Methodik sowie auf „erwartbare Entwicklungen“ im Endlager eingegangen wurde. In einer Übung wurde die AGBe darum gebeten, sich in Kleingruppen mit denkbaren „abweichenden Entwicklungen“ auseinanderzusetzen bzw. diese selbst zu erarbeiten. Die Ergebnisse dieser Übung wurden anschließend gemeinsam im Plenum diskutiert.

Besonderes Augenmerk richtete die AGBe auf den Einfluss von Mikroben im Endlager und das Problem der Gasentwicklung. Des Weiteren wurden Vorschläge zur bürgernahen Kommunikation der Szenarienmethodik diskutiert. Die AGBe machte hier konkrete Vorschläge zu digitalen Umsetzungen.

In der Übung wurden fast alle – gemeinhin als relevant angenommenen – „abweichenden Entwicklungen“ von der AGBe selbstständig identifiziert. Darüber hinaus wurden auch weitere Ideen benannt.

Der Workshop wurde von der AGBe gut aufgenommen. Eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmer berichtete, dass das methodische Vorgehen im Bereich FEP/Szenarienentwicklung verstanden und für sinnvoll gehalten wurde.

Im Nachgang des Workshops fand zwischen einigen der beteiligten Wissenschaftler und mehreren Mitgliedern der AGBe eine gemeinsame Methodenreflexion statt, mittels derer Hinweise auf mögliche Fortentwicklungen des bisher gut funktionierenden Workshop-Formats herausgearbeitet wurden.

Abschließend ist festzuhalten, dass dieser weitere zweitägige Workshop erneut wichtige Schlüsselerkenntnisse für die zukünftige Arbeit in den Arbeitsgebieten ergeben hat.

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