Vertrauen bei der Entsorgung in Deutschland - Roman Seidl

Ergebnisse der bundesweiten Befragung

Die Entsorgung des hochradioaktiven Abfalls ist keine leichte Aufgabe. Mit ihr wurden in Deutschland verschiedene Institutionen betraut, von denen technisches Know-how und politisches Geschick verlangt werden. Die Öffentlichkeit möchte, dass das Verfahren wissenschaftsbasiert abläuft und erhofft sich hiervon Transparenz und Neutralität. Da die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger nicht über das erforderliche Fachwissen verfügt, um wissenschaftliche oder technische Aussagen zu beurteilen, wird das technische Vorgehen an Institutionen und Personen mit dem notwendigen Sachwissen delegiert. Gesellschaftliches Vertrauen in solche Expertise und Institutionen wird dabei an bestimmten zugeschriebenen Eigenschaften festgemacht, wie etwa Integrität, Unabhängigkeit und Transparenz.

Vertrauen zu erwerben ist bei einem so kontrovers diskutierten Thema, das mitunter auch emotional aufgeladen ist und in dem schon in früheren Verfahren Vertrauen verspielt worden ist, ein echtes Problem. Während das generelle Vertrauen in Deutschland (politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich) sich im europäischen Mittelfeld bewegt, lag das Vertrauen in Akteure im Bereich der nuklearen Entsorgung bisher deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (Special Eurobarometer 324, 2014).

In der vorliegenden Befragung sollte für Deutschland der aktuelle Stand des Vertrauens in Institutionen, Akteure und das laufende Standortauswahlverfahren erhoben werden. Wir wollten wissen, welche Institutionen bekannt sind und wie sehr ihrer Arbeit vertraut wird. Zudem maßen wir, wie stark Informationen von bestimmten Akteuren vertraut wird und wie dieses Vertrauen mit der Wahrnehmung von Risiken und Chancen durch ein Endlager zusammenhängt. Außerdem kamen in der Befragung weitere Themenbereiche zur Sprache, die aktuell diskutiert und im TAP TRUST bearbeitet werden. Dazu gehören Fragen zur Rückholbarkeit ebenso, wie zur Datengrundlage für untertägige Erkundungen.

Roman Seidl

DOI: 10.21268/20210921-3

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